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Brennholz wird knapp

Presseinformation der Bayerischen Staatsforsten
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In einer vor wenigen Wochen erschienenen Pressemitteilung der „Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher“ wird auf den stark angestiegenen Brennholzbedarf hingewiesen. In der Bundesrepublik stieg der Holzverbrauch in privaten Haushalten innerhalb der letzten 10 Jahre von 11 auf 34 Millionen Kubikmeter. Mehr als jeder vierte deutsche Haushalt nutzt Scheitholz, Hackschnitzel oder Holzpellets zum Heizen – Tendenz steigend.

Wie sieht die Situation vor Ort aus? Der Leiter des Forstbetriebes Neureichenau, Michael Held, nimmt Stellung:

 

  • Wie hat sich in den beiden Landkreisen Freyung-Grafenau und Passau, wo die Bayer. Staatsforsten rd. 19.000 Hektar Wald bewirtschaften, die Brennholznachfrage entwickelt?

 

Wir können in den letzten Jahren eine Verdreifachung der Nachfrage feststellen. Wir haben in unserem Zuständigkeitsbereich rd. 1.000 Brennholzkunden sowie Brennholzhändler, die jährlich rd. 30.000 Kubikmeter Brennholz und Hackschnitzel aus dem Staatswald erhalten. Unsere Kapazitätsgrenze ist somit erreicht. Wir können nicht mehr Holz nutzen als nachwächst; alles andere wäre ein grober Verstoß gegen eine nachhaltige Waldwirtschaft.

 

  • Wer kann dann eigentlich noch Holz aus dem Staatswald beziehen?

 

Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir vor dem Hintergrund einer akuten Holzverknappung nur noch unsere Stammkunden bedienen können. Stammkunde ist, wer in den letzten 3 Jahren Brennholz aus dem Staatswald bezogen hat. Wir nehmen auch keine Interessenten, die selbst über Waldeigentum verfügen oder die nicht über die geforderte Schutzausrüstung verfügen und den vorgeschriebenen Motorsägenkurs nachweisen können. Sicherheit bei der gefährlichen Waldarbeit hat oberste Priorität!

 

  • Man hört immer wieder den Vorwurf, das Holz aus dem Staatswald werde vorrangig nach Österreich verkauft?

 

Da kann ich Sie beruhigen. Nahezu unser gesamter Holzeinschlag von rd. 170.000 Kubikmeter pro Jahr wird in der Region, also im Bayerischen Wald, dem Donauraum und ins Rottal verkauft. Lediglich eine kleine Menge geht an einen langjährigen Stammkunden in Österreich – wir pflegen unsere langfristigen Geschäftsbeziehungen.

 

  • Wäre es nicht doch möglich, das Angebot an Brennholz zu erhöhen?

 

Da sage ich klipp und klar: nein. Denn wir achten konsequent auf die Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien. Zudem muss ein gewisser Teil des Ast- und Kronenmaterials im Wald verbleiben, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Und ein intakter Waldboden ist die Basis für ein gesundes Waldwachstum. Und schließlich müssen auch bestimmte Anteile an Totholz im Wald verbleiben, zur Sicherung der Artenvielfalt.

 

  • Gibt es Alternativen zum Holzbezug aus dem Staatswald?

 

Sicher. Der Staatswald verfügt ja lediglich über ein Drittel der Waldfläche in Bayern. Zwei Drittel sind in privater und kommunaler Hand. Die größten Holzreserven liegen im Privatwald. Und da die Brennholzpreise auf hohem Niveau sind, wird künftig verstärkt Brennholz auch aus dem Privat- und Kommunalwäldern bereitgestellt werden.

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